Manali, die Königin der Berge

In den zwei Tagen Busfahrt vom subtrobischen Delhi in das 2000 Meter hoch gelegene Manali machte sich mancher von uns so seine Gedanken über Indien. Die Art, wie die Menschen in diesem Land leben, das Klima oder die Kultur konnte nicht unterschiedlicher sein zur Schweiz. Ja, aus der Schweiz sind wir, ein bunt zusammengewürfelter Haufen, der sich zum Ziel gemacht hat, die höchsten Pässe dieser Welt mit dem Mountainbike zu bezwingen. Nun was mich betrifft, leichter gesagt als getan. Schon als ich vor 11 Jahren das erste Mal mit dem Mountainbike durch Ladakh reiste, hatte ich so meine liebe Mühe mit diesen Hügeln, und das sollte sich auch in diesem Jahr nicht ändern.

Ankunft in Delhi

Emirates Airline - Fliegen wie tausend und eine Nacht

30. August 2005 - es ist 11 Uhr morgens als wir am Indira Gandhi Airport in Delhi von unserem indischen Reisebegleiter begrüsst werden. Ich bin todmüde, die halbe Nacht hatten wir in Dubai auf den Anschlussflug nach Delhi gewartet.

Genauer gesagt im Irish Village Pup das Bier zu 9 U$-Dollar (Alkohol hat seinen Preis in der arabischen Welt). Zeit zum Schlafen bleibt keine, wir haben noch einen langen Weg vor uns. Schnell sind die Gepäcke und Mountainbikes im Bus verstaut und schon geht's los mit der Fahrt nach Manali.

Busfahrt nach Manali

Strassenszene - Unterwegs von Delhi nach Manali

Für die 570 km lange Busfahrt von Delhi nach Manali benötigen wir etwa 16 Stunden verteilt auf zwei Tage. Ich bin froh, gleich am ersten Tag der schwülen Hitze in Delhi entfliehen zu können.

Delhi bedeutet Hitze, Abgase, dreckige und überfüllte Strassen - Indien Live. Ausserhalb von Delhi ist die Welt wieder in Ordnung. Grüne Reisfelder, durchzogen von Wasserläufen soweit der Horizont reicht. Die Strasse führt durch die fruchtbaren Ebenen von Haryana. Wir durchqueren die Kornkammer Indien's.

Fahrt zum Hadimba Devi

Schulkinder, Naggar, Kullu Valley

1. September 2005 - endlich ausgeschlafen! In Manali logieren wir im Hotel Honeymoon Inn. Nach dem Frühstück gilt unser Interesse den Mountainbikes, die müssen erstmal fahrtauglich gemacht werden.

Dann steht eine kleine Einfahrtour auf dem Programm, zeit sich an den Linksverkehr zu gewöhnen. Die Fahrt geht zum Hadimba Devi Tempel, in einem Zedernwald direkt über der Stadt gelegen. Ein beliebtes Ausflugsziel bei indischen Honeymoon Touristen. Fast unbemerkt werden wir selber zur Touristenattraktion. Immer wieder stellen sich indische Touristen heimlich neben uns und lassen sich photographieren.

Besuch in Vashist

Graffiti im Badehaus von Vashist

Am Mittag fahren wir zurück nach Manali ans Ostufer des Flusses Beas und weiter hinauf zur Ortschaft Vashist. Ein ziemlich steiler ruppiger Anstieg erwartet uns.

Mitten im Dorfkern von Vashist besuchen wir ein Badehaus, das mit heisser Schwefelquelle versorgt wird. Das Dorf mit seinen verzierten Holzbalkone scheint mir ist eine Hochburg für Joga, Meditation und sonstige geistige Umnachtungen. Kein Wunder also, schwirren hier so viele Krischna Jünger umher. Die Region um Manali ist bei den New Age Jünger auch heute noch hoch im Kurs. Und wer's richtig drauf hat, besorgt sich eine Royal Enfield Bullet, das indische Motorrad mit Kultstatus für einen Ritt in die Umgebung. Auch der Nachschub für die Drogenkultur scheint gesichert, spriest doch das Marihuana in Manali wie Unkraut aus dem Boden, oder doch nur wieder eine Legende? Gesehen hab ich es nicht, das Unkraut.

Königin der Berge

Manali, Königin der Berge

Gegen Abend schaue ich mich im Zentrum der Stadt um. In den Strassen von Manali sind nebst einheimischen und westlichen Touristen auch immer mehr Gesichtszüge aus dem nördlichen Ladakh und Tibet auszumachen.

Manali, die Königin der Berge von wegen, denn Lärm und überfüllte Strassen prägen auch hier das Strassenbild. Ein Phänomen, dass wohl auf alle indischen Städte zutrifft. Internet Café's und Hotels schiessen wie Pilze aus dem Boden und zwischen Bretterbuden und unzähligen Shop's versuchen Händler billigen Schnickschnack an den Mann zu bringen.

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