Leh, Thiksey, im Land der Gompas

10. September 2005 - heute ist mein letzter Tag auf dem Manali - Leh Highway und es regnet. Ausgerechnet hier in Ladakh, einer der niederschlagsärmsten Region dieser Erde fährt die Gruppe los in Regenmontour. Nach meinem gestrigen Intermezzo am Taglang La ziehe ich es vor, die letzte Etape im Begleitfahrzeug zu verbringen. Da werde ich wenigstens nicht nass. Von Lato aus folgt der Highway dem Flüsschen Gya, das bei Upshi in den Indus mündet. In Upshi passieren wir einen weiteren Kontrollposten der Armee (es hat bereits wieder aufgehört zu regnen).

Gya Canyon

Gya Valley, Ladakh Himalaya

Gya Valley, verträumtes Tal auf dem Weg vom Taglang La nach Upshi. Kleine Dörfer mit weissen Häuser und Strohbüscheln auf den Dächern, grüne Wiesen und viele Chörten säumen den Weg.

Von nun an folgen wir dem Oberlauf des Indus River. Die Lebensader Ladakhs ist einer der drei grossen Flüsse Indiens und entspringt am Fusse des heiligen Berges Kailash im Tibet. Das Indus Valley, anfangs noch zerklüftet und schmal, weitet sich zu einer scheinbar fruchtbaren Ebene aus. Wo nicht bewässert wird bleibt es trocken.

Thiksey Gompa

Thiksey Gompa, Ladakh Himalaya

Gegen Mittag erreichen wir Thiksey Gompa. Die burgähnliche Klosteranlage in typisch ladakhischer Architektur prägt seit dem 1500 Jahrhundert die Kulturlandschaft Ladakhs.

In der weitläufigen Indusebene wurde Thiksey Gompa auf einem Hügel vom Gelubka (Gelbmützen) Orden errichtet. Die eindrucksvolle Klosteranlage gleicht einem Abbild des Potala in Lhasa. Unzählige Chörten liegen verteilt um das Kloster. Wirklich sehenswert ist der mehrstöckige Hauptbau mit seinen Räumen und die goldene Maitreya Buddha Statue. In Thiksey kann in regelmässigen Abständen eine Puja (Buddhistische Morgenandacht) besucht werden, an der ein Grossteil der Mönche teilnimmt. Einziger Wermutstropfen, die Puja findet Morgens in der Früh statt.

Leh, Capital of Ladakh

Königspalast von Leh, Ladakh Himalaya

Vorbei an der alten Königsresidenz in Shey führt der Weg nach Leh in ein Tal nördlich des Indus River. Der Manali - Leh Highway steigt kurz vor Ende nochmals an, es muss kräftig in die Pedalen getreten werden.

In der grössten Hitze erreichen wir am Nachmittag das Siedlungensgebiet von Leh. Die Stadtplanung scheint hier ausser Kontrolle geraten zu sein. Militärlager (schon wieder) und slumartige Siedlungen wechseln sich ab, kein schöner Anblick. Vom Geld der Touristen angelockte Menschen aus den ärmeren Regionen Indiens und Flüchtlingsströme aus dem benachbarten Tibet bringen das soziale Gleichgewicht der Stadt aus dem Ruder. All dies interesiert mich zu dem Zeitpunkt herzlich wenig. Ich will endlich unter die Dusche nach acht Tagen in den Bergen. Wir steigen ab im Hotel Spic & Span nahe dem Zentrum, keine schlechte Adresse. Der sehenswerte Teil von Leh ist die Altstadt im Schatten des beherschenden Königspalstes und des noch höher gelegenen Gompas. Mit den verwinkelten Gassen und engen Häuserreihen bewahrt Leh seinen dörflichen Charakter. Der Reichtum, der die Stadt am Schnittpunkt ehemaliger Karawanenwege durch Handel erreichte, kann man heute nur noch erahnen.

Polo Match in Leh

Polospiel inLeh, Ladakh Himalaya

Eher zufällig besuche ich am späten Nachmittag ein Polospiel, das anlässlich des Leh Festivals durchgeführt wird. Dabei gab's mächtig Prügel für die Pferde.

Die Jungs hauten mit ihren Schlägel auf alles ein was sich bewegte, dazu passend der Takt einer ladakhischen Band. Ein farbenfrohes Schauspiel war es allemal. Nach dem Match hat sich der eine oder andere Gaul sicherlich freiwillig den Gang zum Metzger gewünscht.

GoodBye to Ladakh

Vom Dach des Kloster Hemis, Ladakh Himalaya

Nach zwei weiteren erreignisvollen Tagen heisst es für mich Abschied nehmen von Ladakh, dem Land der Gompas. Zurück nach Dehli diesmal mit dem Flugzeug, das geht bedeutend schneller und ist weniger anstrengend.

An dieser Stelle bedanke ich mich bei Peter Schai von Bike Adventure Tours für die tolle Organisation der Mountainbike Tour und dann bedanke mich auch bei den anderen Reiseteilnehmer für die tolle Kameradschaft unterwegs. Und zum Schluss bedanke ich mich bei den beiden Chauffeuren, die die Brücke von Khoksar zum Einsturz gebracht haben, ohne die beiden hätte ich auf dem Highway tonnenweise Staub geschluckt.

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